Freitag, 18. Mai 2018

Baugenehmigung

Am 18.05. war es endlich soweit - wir hatten die Baugenehmigung in den Händen!

Säuerlich stellten wir fest, dass der "Genehmigt" Stempel auf Ende April datiert war. Das Ding war fast drei Wochen unterwegs zu uns. Es ist wirklich schön, dass alle um uns herum massiv Zeit für Dinge haben und zusätzlich aber fleissig die Hände bezüglich Gebühren und "Phantomkosten" aufhalten. Das Thema geplante und reale Baunebenkosten werde ich noch gesondert aufführen. Wenn man das alles sieht, ist es kein Wunder, dass viele Deutsche den Schritt zum Wohneigentum nicht wagen. Hier sollte mal seitens der Regierung angesetzt werden - aber nein, bei allem hält man nur die Hand auf :(
Sorry für den kurzen Frustanfall 😶

Nun konnte das Abenteuer der finalen Planung mit unserer Architektin weitergehen.

Dienstag, 17. April 2018

Kampfmittelsondierung

Heutzutage ist es ja vorgeschrieben, ein Grundstück vor dem Bebauen auf Kampfmittel sondieren zu lassen. Wobei "vorgeschrieben" nicht ganz korrekt ist - aber eine Wahl hat man trotzdem nicht. Es wird "dringend angeraten" sondieren zu lassen - auf der anderen Seite weigern sich aber verschiedene Unternehmen, ihre Arbeiten ohne eine Kampfmittelfreiheit-Bescheinigung aufzunehmen.

Da wir im Moment nicht viel anderes bewegen können, wollten wir von der Baugenehmigung unabhängige Punkte angehen und abhaken. Der Kampfmittelsondierer trat also heute entsprechend zu seiner Arbeit an - um wieder unverrichteter Dinge abfahren zu müssen. Wir haben wohl noch Hinterlassenschaften aus Metall im Boden (alte Weg-Reste und Zäune, wie sich später herausstellen sollte), die den Detektor non-stop anschlagen lassen. Eine Sondierung ist also erst nach Räumung des Grundstücks möglich.

Bis auf eine weitere Rechnung hat das also nichts gebracht.

Sonntag, 8. April 2018

Katzensicherung

Da wir ja im Moment nichts anderes tun konnten als "warten auf die Baugenehmigung", wendeten wir uns anderen Aspekten unserer Planung zu.
Unsere zwei Flauschtiger sind aus der Kinderstube heraus bei uns in der Wohnung aufgewachsen. Nachdem wir unseren großen Balkon (Länge knapp über 10 Meter) entsprechend absichern lassen haben, konnten sie auch dort frische Luft genießen.
Die Absicherung war recht kostspielig, da wir mehrere Punkte beachten mussten:
  • Vollkommen rückbaubar sein ohne Schäden (Mietwohnung)
  • Überkletterschutz (da wir in einer Dachwohnung leben, ist über dem Balkon nur freier Himmel)
  • Absicherung an den Flanken so, dass unsere zwei Abenteurer nicht aufs Dach kommen
Unsere zwei blühen allerdings auf dem Balkon richtig auf und es gibt wirklich nichts Schöneres, als sich gemütlich mit schnurrender Gesellschaft auf dem Balkon niederzulassen. Das war es wert!

Umso mehr sind wir natürlich daran interessiert, unseren Lieblingen im neuen zu Hause auch sicheren Auslauf zu schaffen. Da wir keinen Balkon mehr haben werden, ist also Freigang innerhalb unseres Grundstücks angesagt. Die Betonung liegt dabei auf "innerhalb". Entsprechend müssten wir unser gesamtes Grundstück mit einem entsprechenden Zaun umgeben.

Nun kommen wir zu den unschönen Fakten. Wir haben ein Eckgrundstück mit zwei Straßenflanken:


Zur Straßenseite 1 hin liegt unser Eingang - hier sollen auch noch Garage bzw. Stellplätze entstehen. Eine komplette Einzäunung in diese Richtung ist nicht möglich (bzw. durch riesige Einfahrtstore zu teuer). Also muss ein Zaun das hintere Grundstück vom vorderen Bereich abtrennen.

Zur Straßenseite 2 hin macht uns der Bebauungsplan das Leben schwer. Hier darf nur ein Zaun mit maximaler Höhe von 1m aufgestellt werden. Das ist natürlich bezüglich "Katzensicherung" ein Witz.
Allerdings dürfen wir eine Hecke pflanzen, die über 2m hoch sein darf. Es geht doch nichts über gute deutsche Bebauungspläne mit viel sinnvollen Bestimmungen...
Also wird uns nichts anderes übrig bleiben, als eine Hecke zu pflanzen UND dahinter quasi unsichtbar den Zaun, der unsere Lieblinge innerhalb des Geländes halten soll.
Und das bedeutet? Genau - doppelte Kosten. 😟
Schon schwand unser Budget für die (gesamte) Außenanlage zu einem mickrigen Rest zusammen. An dieser Straßenseite haben wir 33m abzudecken - alleine Material und Arbeitszeit für Zaun und Hecke würden einen immensen Anteil des Gesamtbudgets verschlingen.

Alternativ könnten wir ein kleineres, separates Freilaufgehege anschaffen und dieses so positionieren, dass die zwei Tiger über eine Katzenklappe und einen Lauftunnel dort hinein gehen können.
Aber das würde bedeuten, mit der trauten Zwei-, Drei-,Viersamsamkeit auf der Terrasse wäre es dann vorbei.
Wäre das eine wirkliche Alternative? Ich weiß nicht... wohl eher nicht.



Samstag, 31. März 2018

Küchenplanung Part I

Heute haben wir wieder einen Punkt auf unserer Liste erledigt bzw. haben ein Thema ins Rollen gebracht: Die Küchenplanung.

Schon bei unserem ersten Planungsgespräch fragte uns die Architektin nach dem Küchenplan. Sie war ein wenig ungehalten darüber, dass wir noch keinen Plan hatten und betonte, dass sie diesen bis spätestens zur Werkplanung ca. Februar bräuchte.
Wir waren dagegen recht irritiert über die Frage nach dem Küchenplan - wir saßen doch gerade das erste Mal zusammen, um unser Haus generell zu planen. Wir hatten noch keine Planung, wie die Räumlichkeiten aussehen sollten (bzw. vom Standard abweichen sollten), aber ein Küchenplaner hätte auf der Basis schon arbeiten sollen? Sehr merkwürdig.... 😟

Wie ihr wisst, hat sich unsere zeitliche Planung ein wenig verschoben, so dass der Februar nicht mehr aktuell war. Nachdem nun irgendwann nach Ostern unser Bauantrag in den Gemeinderat gehen würde, war es Zeit, die Hausaufgabe der Küchenplanung zu erledigen. Wir entschieden uns, in ein kleineres Küchenstudio ein paar Orte weiter zu fahren, da dieses von etlichen Bekannten hoch gelobt wurde.

Wir hatten ein sehr nettes Gespräch mit einer Küchenplanerin, die auch sehr gut auf unsere Wünsche einging und viele konstruktive Vorschläge machte. Und nun kommt der Knaller - als wir ihr den Plan vorlegten, schmunzelte sie und meinte "ich kenne die Straße - da wohne ich auch". Es ist nicht nur irre, dass wir auf diesem Weg quasi eine künftige Nachbarin kennengelernt haben - es kommt noch besser: Ihr Mann arbeitet bei Kern-Haus. Wahnsinn, oder?
Das war für uns ein Zeichen - soviel Zufall gibt es nicht: Wir entschieden, nicht noch nach Alternativen zu schauen wie wir es erst vor hatten. Wir würden die Küche hier kaufen 😃

Sie hatte unsere Vorstellungen und Wünsche notiert und wir verblieben so, dass sie - nachdem sie noch einen detaillierteren Plan von uns erhalten hat - eine erste Planungsskizze anfertigen würde. Allerdings haben wir sie gerade vor Antritt in den Urlaub erwischt, die Planung wird dann nach ihrem Urlaub erfolgen.

Dienstag, 20. März 2018

Erstes Bauanlaufgespräch

Nach der langen Wartezeit stand heute endlich mal wieder ein Termin bei Kern-Haus an: Das erste Bauanlaufgespräch. Hier lernten wir unseren Bauleiter kennen, der sich um die Themen Tiefbau und Rohbau kümmern wird. Für den Innenausbau wird ein anderer Bauleiter zuständig sein - diesen sollten wir im zweiten Bauanlaufgespräch kennenlernen. Des weiteren lernten wir unsere Ansprechpartnerin für den Bauinnendienst kennen. Sie sorgt nicht nur dafür, dass die passenden Formulare zur passenden Zeit ausgefüllt und abgeschickt werden, sondern wacht auch sorgsam über unsere Bauakte, damit kein Detail vergessen wird. 👍

Was passiert beim ersten Bauanlaufgespräch? 

Nach einer Checkliste werden die verschiedenen, nachfolgenden Themenpakete durchgesprochen, zudem können Fragen an den Bauleiter adressiert werden.


Service-Pakete

Bei Kern-Haus Köln-Bonn erhalten die Bauherren generell kostenfrei einen erweiterten Service. Dieser besteht darin, die passenden Formulare für jede Gegebenheit zu besorgen und vorauszufüllen.
Zudem können weitere Servicepakete bei Kern-Haus (kostenpflichtig) geordert werden. Wir entschieden uns dazu, zwei dieser Pakete in Anspruch zu nehmen, da wir uns zeitlich nicht in der Lage sahen, die koordinierenden Aufgaben gut zu erfüllen. Da davon jedoch nicht nur Baufortschritt und zeitliche Planung abhängig waren, sondern auch die von Kern-Haus gegebene Bauzeitgarantie, wollten wir kein Risiko eingehen. Wir hatten schließlich in der Planungsphase genug Zeit verloren.

Das Paket für die Erdarbeiten enthält folgende Punkte:
  • Angebote von Tiefbauern einholen und bei Auswahl helfen
  • Vor-Ort Termin mit dem ausgewählten Tiefbauer und Einweisung
  • Beginn der Bauzeit-Garantie von Kern-Haus beginnt mit den Erdarbeiten
  • Kontrolle der Erdarbeiten und der anschließenden Rechnung
  • Koordination des Erdbewegers und des Vermessers
Das Paket für die Hausanschlüsse enthält:
  • Formulare und Anträge der verschiedenen Versorger ausfüllen
  • Koordination der einzelnen Versorger mit den Tiefbauarbeiten

Grundstück

Hier wird geprüft, ob ein Bodengrundgutachten vorliegt und zusätzlich eine Bergbauliche Anfrage erforderlich wäre. Zudem wird auf die Gesetzeslage bzgl. des Nachweises der Kampfmittelfreiheit hingewiesen und auf Wunsch Angebote entsprechender Sondierungsunternehmen eingeholt.

Kaufmännische Themen

Zuerst wird der Status der Baugenehmigung geprüft - normalerweise würde diese zum Zeitpunkt dieses Gespräches vorliegen. In unserem Fall war das aus bekannten Gründen ja noch nicht der Fall. 😠
Zudem wird geprüft, ob die Finanzierungsbestätigung vorliegt und die notwendigen Versicherungen abgeschlossen sind. Auch hier mussten wir natürlich noch keine abgeschlossenen Versicherungen vorweisen, da wir weder Baugenehmigung, noch Bauzeitenplan hatten. Und zum Schluss wurde geprüft, ob das Haus über die KfW finanziert/gefördert wird.

Sonstiges

Die letzten Punkte der Checkliste beschäftigten sich unter anderem mit der Frage, ob schon eine Hausnummer bekannt/vergeben wurde. Zudem wurden diverse Hinweisblätter für das Thema "Versorger" ausgegeben, sowie "Mehrspartenanschluss". Durch die Beauftragung des Service-Paketes waren das dann aber Themen, um die sich Kern-Haus kümmern muss.
Eigentlich ist ein Bauzeitenplan für den Rohbau ebenfalls Bestandteil dieses Gesprächs. Wir hatten ja aber weder eine vorliegende Baugenehmigung, noch eine Ahnung, wann entsprechend mit den Arbeiten begonnen werden könnte. 😢

Beim Verabschieden erhielten wir noch eine Grundsteinschatulle - also eine kleine Blechschachtel. Bei Kern-Haus war es üblich, die Grundsteinlegung mit dieser "Zeitkapsel" und einem kleinen Happening zu feiern.


Wir verließen das Büro von Kern-Haus mit einem dicken Paket voller Checklisten, Formularen und Hinweisblättern.

Freitag, 23. Februar 2018

Bodenbelag

Seit Dezember beschäftigen wir uns mit dem Thema "Bodenbelag" für unser Häuschen. Abgesehen vom Stil und der Farbgebung steht natürlich die ganz große Frage "welches Material wollen wir haben" im Raum.

Prinzipiell haben wir uns die folgende Möglichkeiten angesehen und Vor- und Nachteile überdacht:
  1. Laminat
  2. Polierter Beton
  3. Parkett
  4. Fliesen
  5. Vinyl
  6. Kork-Parkett
  7. Teppich

Ausgeschieden sind nach kurzer Überlegung sofort:
  • Teppich
  • Polierter Beton
  • Kork-Parkett
  • Laminat
 Also blieben zum Abwägen folgende Bodenbeläge übrig:
  • Parkett
  • Fliesen
  • Vinyl

 

 Vor- und Nachteile: Fliesen

+ Langlebig
+ Unkomplizierte und einfache Pflege
+ Beste Wärmeübertragung bei Fußbodenheizung
+ Moderne Fliesen bieten fast unbegrenzte Design-Möglichkeiten
- Fußkalt in "Nicht-Heiz-Perioden"
- Rutschig für unsere tobenden Stubentiger

Vor- und Nachteile: Parkett

+ Natürliches Material
+ Fußwarm auch neben der Heizsaison
+ Einfach sauber zu halten und zu pflegen
- Gute Qualität teurer in der Anschaffung
- Gutes Parkett mit entsprechender Dicke ungünstig von der Wärmeübertragung
- Tobende Stubentiger werden ruck-zuck tiefe Kratzer produzieren (wir sehen es an unserer jetzigen Wohnung)

Vor- und Nachteile: Vinyl

+ Modernes Material bietet fast unbegrenzte Design-Möglichkeiten
+ Fußwarm auch neben der Heizsaison
+ Einfach sauber zu halten und zu pflegen
+ Formstabil auch bei intensiver Nutzung
+ Langlebig
- Als Klick-Variante ungünstig von der Wärmeübertragung
- Ökologisch ein Teufelszeug


Also hatten alle unsere Wunschkandidaten Vor- und Nachteile, keiner "stach" den anderen.
Wir überlegten erst, in der unteren Etage Fliesen zu legen und oben Parkett. Aber an Fliesen gefiel mir die Aussicht nicht, außerhalb der Heizperiode ohne Schuhe ständig kalte Füße zu haben (die ich sowieso ohnehin ständig habe).
Parkett finde ich supertoll - nicht nur, weil es ein natürliches Material ist, sondern auch, weil es vom "Feeling" beim Barfußlaufen unschlagbar ist. Aber was unsere zwei Wildkatzen armen, unschuldigen Parkett-Paneelen so antun können, beweisen sie in unserer jetzigen Wohnung. Wir haben einige tiefe Riefen im Boden. Darüber würden wir uns garantiert nach kurzer Zeit ärgern. Abgesehen davon würden wir natürlich dickes Parkett anschaffen wollen, welches man auch mehrmals abschleifen kann. Dies wäre dann aber für die Effizienz der Fußbodenheizung tödlich.

Also suchte ich intensiver nach Informationen über Vinyl-Boden und stellte fest, dass es dort inzwischen auch ökologisch unbedenkliche Materialien gibt. Hier haben wir uns auf dem Markt umgesehen und uns dann für einen Bodenbelag der Firma Wineo entschieden. Der Boden ist langlebig, besteht aus nachhaltigen Materialien, ist ohne Chlor, Weichmacher oder Lösungsmittel und wird in Deutschland produziert.

Wir haben uns bei einem Fachbetrieb in der Umgebung intensiv über den Boden informiert , auch haben wir uns Muster des Unternehmens zusenden lassen. Beim Auspacken fiel sofort auf - es riecht nicht! Auch unsere zwei pelzigen Freunde ließen sich sofort auf dem Muster nieder. Somit war es entschieden: Unser Bodenbelag wird der Purline Bioboden von Wineo werden. Damit die Heizeffizienz nicht leidet, werden wir statt der dickeren Klick-Paneelen den Boden zum Kleben wählen.

Nach vielem Hin und Her sind wir uns auch über das Design einig geworden: In der unteren Etage wird es ein heller Boden im Farbton "Malmoe Pine" werden, in der oberen Etage ein warmer Holzton namens "Carmel Pine" .

Quelle: https://www.wineo.de/, Purline Bio-Boden "Carmel Pine"

Quelle: https://www.wineo.de/, Purline Bio-Boden "Malmoe Pine"

Wir mussten sowieso noch einmal in die Musterhaus-Ausstellung von Kern-Haus, da unsere zuerst ausgesuchte Farbe für die Innentüren nicht mehr lieferbar war. Als Alternative hatten wir zwar schon einen dunkleren Holzton ausgewählt, haderten aber immer noch damit.
Also fuhren wir noch einmal nach Ransbach-Baumbach und hielten die Bodenmuster an die verschiedenen Türen. Der alternative ausgewählte Holzton harmonierte gar nicht mit den Bodenbelägen, so dass wir eine andere Farbe auswählten.
Die geänderten Türen wurden flugs an unsere Architektin gemeldet, die unser Bauprotokoll entsprechend angepasst hat.

Dienstag, 20. Februar 2018

Ergebnisse des ersten Krisengesprächs und Bauantrag Part II

Wie man am Datum sehen kann, liefen die Wochen nur wieder so durch....
Aber von vorne....

Gespräch mit einem zweitem Architekten

Wie im Gespräch mit der Geschäftsführerin vereinbart, setzten wir uns also am 11. Januar mit der Geschäftsführerin und einem anderen Architekten zusammen - unser Junior-Verkäufer kam ebenfalls hinzu, wobei er eher die Rolle seines "alten Daseins" übernahm = Bauzeichner.
Der Architekt war schon gesetzteren Alters, also mit recht viel Erfahrung, und vom Typ eher ruhiger Natur. Wir sprachen mit ihm unser Projekt durch und adressierten erst einmal alle offenen Fragen, der er uns auch ausführlich und verständlich erklärte.

Nachdem der "einfache Teil" nun durch war, prüften wir, ob das Haus nicht an einer anderen Stelle auf dem Grundstück errichtet werden könnte. Aber wie wir es auch drehten und wendeten, wir kamen um die Problematik der Höhe nicht drumherum.
Argument der Architekten war, dass bei diesem Eckgrundstück nicht festgelegt wurde, welches die Bezugsstraße für die Höhenmessung des Hauses zu verwenden ist.

Es gab die folgenden Möglichkeiten:
  1. Wir reichen den Plan so ein wie er ist und hoffen darauf, dass die Höhe durch geht
  2. Wir fangen bei Null an und planen ein komplett anderes Haus
  3. Wir können versuchen, durch kleinere Umplanungen (z.B. Hauseingang zu der Straße legen, von der als Bezugsstraße gemessen, das Haus nicht zu hoch wäre) eine klarere "Zugehörigkeit" zu der Bezugsstraße für die Höhenmessung des Hauses zu erreichen zzgl. weitere Diskussionen mit dem Bauamt = das würde dauern
Punkt 2 wollten wir definitiv nicht. Punkt 3 deklarierten wir als Plan B,  mit dem Bewusstsein, dass noch mehr Zeit vergehen würde. Also entschieden wir uns für den ersten Weg.
Kern-Haus bot an, den Architekten aufs Bauamt zu schicken, um die Situation vorzusondieren und einen Weg zu finden, der sehr schnell geht. Ziel sollte es sein, noch im Januar, spätestens jedoch im Februar die Genehmigung zu erhalten bzw. in den Gemeinderat zu kommen. Bezüglich unserer Bauvoranfrage in Bezug auf die Drempelhöhe beschlossen wir, so lange auf den Bescheid zu warten, bis die Sondierung beendet wäre. Falls bis dahin der Bescheid noch nicht eingetroffen wäre, würden wir ihn zurückziehen und mit dem Bauantrag nochmal neu einzureichen.

Wir planten noch unsere Garage um, damit diese - wie von der Dame auf dem Bauamt angemerkt - uns nicht auf der Terrasse die Abendsonne vermiesen würde. Aus Gründen der vorgeschriebenen Platzierung und des leicht trapezförmigen Verlaufs unseres Grundstücks, verzichteten wir auf eine Doppelgarage und entschieden uns lieber für eine Einzelgarage mit integriertem Abstellraum zzgl. Stellplatz für das zweite Auto. Hier könnten wir dann später vielleicht einen Carport an-/aufbauen lassen.
Da wir ansonsten bis dahin keine Änderung an der Planung vorgenommen hatten, sagten die Herren uns, dass man den Bauantrag nicht neu zeichnen müsse, da eine Garage per se nicht genehmigungspflichtig sei. Wir müssten nur die erforderlichen Stellplätze nachweisen und eine kleinere Garage dürften wir immer bauen, wenn die Rahmenparameter eingehalten würden.

Nach dem Gespräch fuhren wir wieder mit einem "leichteren" Gefühl nach Hause. Unsere offenen Fragen zur Planung waren beantwortet und wir hatten nun das Gefühl, dass das Haus richtig geplant war. Nun hofften wir auf eine schnelle weitere Entwicklung.

Doch lest selbst....

Terminfindung Bauamt

Der Termin bei Kern-Haus war am 11.01. - das Gespräch auf dem Bauamt, fand jedoch erst am 15.02. statt.
Warum? Na, das wüssten wir auch gerne!?!

Die Dame auf dem Bauamt ist - wie wir selbst aus eigener Erfahrung wissen - von einem Tag auf den anderen terminlich verfügbar. Erst, als wir wieder bei Kern-Haus nachgefragt haben, wie denn der Stand ist, kam plötzlich zwei Tage später die Aussage "wir haben jetzt einen Termin am 15.02.".
Und wieder war ein Monat ins Land gezogen. Wir fühlten uns ziemlich "alleine im Wald stehen gelassen". Hatten wir nicht vor einem Monat zusammengesessen und klar adressiert, dass wir ein Problem mit der Verzögerung durch den Planungsfehler haben? Wurde uns hier nicht suggeriert,
dass Kern-Haus das nun "anpacken" würde? Also sorry, unter "anpacken" verstehe ich etwas anderes als die Sache dann einen Monat auf dem Stapel liegen zu lassen und erst, wenn der Kunde anruft, fällt einem ein "Mist, da war ja noch was".

Und dann war das Ergebnis auf dem Bauamt kurz gefasst auch noch "wir können nichts dazu sagen, dass muss das Kreisbauamt entscheiden". Der Termin auf dem Kreisbauamt sollte am 20.02. stattfinden und wir "sofort" benachrichtigt werden. Passierte natürlich nicht... Die Mail mit der Nachfrage wurde nicht beantwortet. Erst bei erneutem Hinterher-Telefonieren erfuhren wir, dass der Architekt krank sei. Okay, für Krankheit kann man nichts - aber dann erwarte ich bei einem seriösen Unternehmen, welches über die Ein-Mann-Grenze hinaus geht, dass entweder ein Kollege die Mails bearbeitet oder zumindest ein Auto-Responder eingeschaltet wird.
Wir erfuhren erst dann von unserem Junior-Verkäufer, dass der Termin auch nicht wirklich etwas gebracht hat. Das einzig Positive sei, dass wir einen Antrag im vereinfachten Verfahren stellen durften und damit wohl nicht durch den Gemeinderat müssten.

Der Bauantrag ging uns also erneut zu und wir unterschrieben diesen am 26.02.

Erneute Abgabe des Bauantrags

Sofort am 27.02. reichten wir den Bauantrag auf dem Bauamt ein (ich erwähnte ja, dass die Dame von einem auf den anderen Tag terminlich gut verfügbar wäre....).

Und jetzt kommt die Krönung:
  1. Wurde uns mitgeteilt, dass ALLE Bauanträge durch den Gemeinderat müssen - auch im sogenannten vereinfachten Verfahren
  2. Hatte gerade erst eine Gemeinderatsitzung stattgefunden
  3. Die nächste Gemeinderatsitzung findet erst nach Ostern Anfang/Mitte April statt
😡😡😡
Wir kochten wirklich.
Anfang Januar saßen wir bei Kern-Haus wegen der Problematik der Verzögerung durch die Planungsfehler. Man suggerierte uns Beistand und schnelle Hilfe. Und das Ergebnis waren vier weitere Monate Stillstand für nichts und wieder nichts? Und dann noch mit dem ungewissen Ausgang, ob wir die Genehmigung überhaupt erhalten würden?

Mein Mann rief sofort bei der Geschäftsführerin an und versuchte erst auf einer sachlichen Ebene mit ihr zu sprechen. Sie blockte jedoch sofort ab und ging in den "Zickenmodus". Kern-Haus nahm sich keiner der Punkte an und schob alles auf das Amt "wir können doch nichts für die Behörden". Keinen der Punkte, die von unserer Perspektive aus ganz klar von Kern-Haus verbockt worden waren, wollte sie einsehen. Das Gespräch verlief aus unserer Sicht absolut ergebnislos und nicht im Ansatz kundenorientiert.

Nun standen wir da. Ende April würde die Bank die ersten Bereitstellungszinsen abbuchen - denn das halbe Jahr Bereitstellungs-Freiheit war dann vorbei. Die Frist des halben Jahres hatten wir ja mit dem Plan gewählt, dass in dieser Zeit oder kurz nach Ablauf der Zeit der Rohbau stehen würde.
Was hatten wir nun in diesem halben Jahr erreicht? Nichts - bis auf die Tatsache, dass wir ein Grundstück gekauft hatten. Wir hatten keine Baugenehmigung, wir hatten keine Bauplanung, wir hatten keinen Terminplan. Wir wussten nicht, wann wir anfangen könnten mit dem Bau, geschweige, wann wir fertig sein würden.

Wir waren frustriert und suchten nach Wegen, aus diesem Dilemma heraus zu kommen. Wir wollten eigentlich keinen Ärger, sondern einfach nur unser Häuschen bauen. Doch nun erwogen wir die Vor- und Nachteile, aus dem Vertrag herauszukommen bzw. rechtliche Schritte einzuleiten.